Health

Tschüß Hormone Teil 6

 

Da ich letzte Woche beim Frauenarzt war, möchte ich euch heute mit einem „Happy End“ aufwarten. Hier findet ihr die Links zu den ersten Teilen (1, 2 , 3, 4 und 5).
Der Körper braucht Zeit!

Seit Februar habe ich nun regelmäßige Zyklen. Mittlerweile sind es fast genau 28 Tage und es scheint, als wäre nie etwas gewesen. Mein Körper hat wirklich ein Jahr gebraucht, um zur Natürlichkeit zurückzufinden. Ich war öfter an dem Punkt, aufzugeben, wie ihr wisst, weil Geduld einfach nicht zu meinen Stärken gehört. Aber ich habe durchgehalten und wurde belohnt. Also gebt die Hoffnung nicht zu schnell auf, wenn ihr nach dem Absetzen auf diverse Problemchen stoßt. Besprecht es mit eurem Frauenarzt, aber versucht auch immer die positiven Veränderungen zu sehen. Bei mir sind das vor allem Migränefreiheit, Stimmungsaufhellung und höhere Belastbarkeit, die sich relativ schnell eingestellt haben.
PCO, Zysten und Co.

Ich hatte ja im Oktober letzten Jahres wieder eine recht große Zyste am rechten Eierstock (4cm) und ziemliche Angst, dass diese erneut operiert werden muss oder sich jetzt andauernd neue bilden. Wie gesagt war ich kürzlich zum Jahrescheck beim Frauenarzt und es ist alles chic *g. Im Ultraschall waren keine Zysten mehr zu sehen; beide Eierstöcke völlig unauffällig *strike. Mein Arzt meinte, die Zyste sei auf natürlichem Wege mit einer Menstruation abgegangen und da ich jetzt einen regelmäßigen Zyklus habe, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich wieder neue bilden, gering. Auch ansonsten ist organisch alles top und auch wenn wir jetzt keinen Hormonstatus gemacht haben, ist er der Meinung, dass kaum noch etwas für PCO spricht.
Kleine Pille – große Wirkung

Durch den ganzen Kampf und auch meine Recherchen zum Thema ist mir klar geworden, wie wenig man aufgeklärt wird, wenn man die Pille verschrieben bekommt. Ich will sie hier jetzt nicht verteufeln, habe sie schließlich selbst 13 Jahre lang genommen und jede Frau sollte selbst entscheiden, wie sie verhüten möchte. ABER ich finde einfach, dass die Nebenwirkungen nicht ausreichend kommuniziert werden, wenn man als junges Mädel, das Rezept bekommt. Es stehen meistens die Vorteile im Vordergrund – sehr sichere Verhütung, bessere Haut, regelmäßiger Zyklus, Verschiebbarkeit der Menstruation, Linderung der Menstruationsbeschwerden. Es klingt wie ein Traum für junge Frauen. Wer möchte nicht glatte Haut und möglichst gar keine Periode? Das Problem ist, wenn man die Pille nimmt, vor allem über mehrere Jahre, merkt man gar nicht, welche Nebenwirkungen man sich damit eingekauft hat (Kopfschmerzen, Migräne, starke Stimmungsschwankungen, Depressionen, Thrombosen, verminderte Libido etc.) Ich jedenfalls habe erst nach dem Absetzen richtig realisiert, welche Beschwerden ich alles durch die Pille hatte. Seid euch also bewusst darüber, dass es ein Medikament ist und dieses auch Nebenwirkungen hat. Entscheidet dann, ob die Vorteile für euch dennoch überwiegen.
Guter Arzt, schlechter Arzt
Seid auch mutig genug, den Frauenarzt zu wechseln, wenn ihr euch nicht richtig verstanden fühlt. Bei jedem Rezept verdient auch der Arzt etwas und nicht jeder entscheidet dann immer zum Wohle der Patientin. Als ich die ersten Probleme nach dem Absetzen hatte, riet mir der erste Arzt, einfach die Pille wieder zu nehmen. Mein Körper würde von allein keine Regelmäßigkeit finden. Ich fand das komisch, weil ich dann ja mein Leben lang die Pille nehmen müsste. Zum Glück habe ich nicht auf ihn gehört, sondern mir einen anderen Arzt gesucht. Sucht so lange, bis ihr einen Arzt oder eine Ärztin gefunden habt, dem/der ihr vertraut!

Wurdet ihr ausreichend aufgeklärt vor der
ersten Pilleneinnahme?

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9 Comments

  • Reply
    Talasia
    13. Juli 2015 at 11:35

    Also ich muss deine letzte Frage ganz klar mit einem Nein beantworten. Aufklärung gab es da überhaupt gar nicht. Da ich zum Glück unter keinen Nebenwirkungen leide – zumindest bis heute ist mir nichts bewusst, habe ich nicht so das Bedürfnis sie in nächster Zeit "los zu werden". Wenn Beschwerden bei mir wären, würde ich aber sicher genauer darüber nachdenken, denn wenn man diese dann los wird ist das ja ein guter Anreiz.

  • Reply
    Isa
    13. Juli 2015 at 11:50

    Die Aufklärung beim FA war ok, aber wie du auch schon sagst, wurden viel mehr die Vorteile in den Vordergrund gestellt – einzelne wenige Nachteile.. die sich noch "ok" angehört haben. Nach einer Recherche im Internet und nachdem ich den Beipackzettel gelesen hatte, habe ich mich etwas verarscht gefühlt.

    Das die Pille mehr Risiko für mich mitbringt, wusste ich von Anfang an, aber das die Quote so hoch ist.. bis jetzt geht´s mir gut. Die Regel war so schmerzfrei wie nie. Werde das ganze noch eine Weile beobachten, denn wegen Schmerzen will ich mir die Hormonhemmer nicht einwerfen…

    • Reply
      sala83
      13. Juli 2015 at 18:34

      Eine schmerzfreie Regel hat natürlich was für sich. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schlimm es sein kann. Solange es aber aushaltbar ist bzw. mit Schmerzmitteln zu drosseln geht, würde ich nicht auf Hormone zurückgreifen.

  • Reply
    Anonym
    13. Juli 2015 at 14:53

    echt guter erfahrungsbericht. ja, das wichtigste ist sicher in sich reinzuhorchen. ich hatte es mich früher nicht getraut den arzt zu wechseln. du machst mir mut. lg paula

  • Reply
    FiosWelt
    13. Juli 2015 at 15:32

    Ich habe sie eigentlich nie wirklich genommen, ich nehme jetzt schon seit Jahren den NuvaRing, der weniger Hormone abgibt. Ich hatte damals ein Gespräch darüber, aber was alles gesagt wurde vergisst man dann doch mit der Zeit. Aber es freut mich, das jetzt nach einem Jahr sich alles eingeränkt hat! Denn Geduld ist bei mir auch nicht so gut ausgebildet^^

  • Reply
    Pasadena85
    13. Juli 2015 at 18:15

    ich finde auch, dass viel zu wenig über die möglichen Nebenwirkungen und vor allem auch Risiken aufgeklärt wird, viel zu leichtfertig ist die Pille das Wundermittel schlechthin ..und wird verordnet, monatelang,jahrelang, jahrzehntelang.

    es freut mich zu hören, dass sich das mit den Zyklen bei dir eingependelt hat und auch keine Zysten mehr da sind…ich selbst befürchte PCO zu haben.

    das mit den Stimmungsschwankungen hat sich leider bei mir seit dem Absetzen vor 5 Jahren nicht positiv verändert, manchmal bin ich ein regelrechtes seelisches Wrack, hoffe sehr, dass ich das irgendwie in den Griff bekomme ohne Hormone

    • Reply
      sala83
      13. Juli 2015 at 18:29

      Am Besten lässt du das mit PCO abklären und fragst nach hormonfreien Therapiemöglichkeiten.
      Vielleicht haben die Stimmungsschwankungen eine andere Ursache? Ich bin insgesamt ausgeglichener, aber meine Depressionen behandle ich dennoch weiterhin. Die Pille hatte sie zwar verstärkt, aber war nicht auslösend. Horch mal in dich hinein. Ansonsten hast du mal die Schilddrüse checken lassen?
      Ich drücke die Daumen, dass du es in den Griff bekommst!!

  • Reply
    TaraFairy
    13. Juli 2015 at 20:29

    Ich wurde zwar über die möglichen Nebenwirkungen aufgeklärt & vertrug meine erste Pille auch ganz gut. Als ich dann zu einer Pille wechselte, die gegen meine damalige Akne helfen sollte, begannen die Probleme. Ich litt unter starkem Haarausfall & meine Schuppenflechte erlebte einen nie da gewesenen Schub. Meine Haut war zwar immer noch fettig, dafür hatte ich zusätzlich trockene, schuppige Stellen auf Augenlidern & Augenbrauen. Ich war todunglücklich & setzte die Pille ab. Das war eine gute Entscheidung, denn meine Haare wuchsen wieder & die Hauptprobleme lösten sich nach & nach durch die richtige Pflege.
    Glg
    Jennifer

  • Reply
    Shikujo
    15. Juli 2015 at 21:09

    Habe deine Berichte mit Interesse mitverfolgt und freue mich lesen zu können das du doch noch ein Happy End hattest.
    Ich selbst verwende die 3 Monatsspritze auf Progesteron Basis. Früher hatte ich die Pille genommen, mit versprechen das die Haut besser wird u.ä., nach einem Krankheitsfall musste ich von Östrogen auf Progesteron umsteigen.
    Als ich noch Zyklen hatte waren diese immer mit extremen Unterleibsbeschwerden verbunden und somit regelmäßigen Krankentagen. Durch die 3 Monatsspritze fällt der Zyklus ja vollkommen weg, schon irgendwie bequem.

    Jedoch hat mich dein Bericht zum Umdenken bewegt. Werde nächstes Jahr 28 und habe immer noch eine scheiß Haut die Fettig ist, von Unreinheiten will ich gar nicht anfange, das nervt mich!
    Spiele mit dem Gedanken nächstes Jahr wenn meine Ausbildung zu ende ist die 3 Monatsspritze abzusetzten, die ich mittlerweile bestimmt auch schon über 6 Jahre konsumiere. Ich will einfach wieder einen natürlichen Rhytmus in meinen Körper bringen, vielleicht auch Kinder bekommen wer weiß das schon.

    Auf jedenfall macht mir das was du Berichtet hast Hoffnung 🙂

    Aufgeklärt bezüglich der Nebenwirkungen wurde ich weder bei Pille noch bei der 3 Monatsspritze, ok es interessierte mich damals wohl auch nicht wirklich.
    Heute denkt man eben anders über viele Dinge.

    Danke Sala

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