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Kennzeichnungspflicht für Blogger

Kennzeichnungspflicht Blogger

Auch Blogger unterliegen rechtlich einer Kennzeichnungspflicht für alles, was nicht rein redaktioneller Content ist. Für viele ist das nichts Neues und eine Selbstverständlichkeit, doch nicht umsonst gibt es zur Zeit wieder eine Abmahnwelle, die vor allem die sog. Influencer auf Instagram trifft. Das Problem ist, dass schnell mal so eine Kennzeichnung vergessen wird. Ich möchte hier niemanden anklagen, aber wenn ich z.B. von adidas Geld bekomme dafür, dass ich im Gegenzug auf Instagram sagen wir mal ein Paar Schuhe in 5 verschiedene Bilder packe (mal als Sammelpost mit anderen Sneakers, mal wie ich sie beim Joggen trage, mal als Fitness-Must-Haves), dann muss das bitteschön auch jedes Mal erkenntlich sein.

„Kommerzielle Kommunikationen müssen klar als solche zu erkennen sein“ (TMG § 6 Abs 1)

Da reicht es nicht zu sagen, naja ich habe ja im allerersten Post irgendwo mal geschrieben, dass es gesponsert ist. Was ist daran so schlimm, einfach immer Werbung dazuzuschreiben? Die meisten Follower checken es doch sowieso und wenn ihr Fulltime Blogger oder Influencer seid, dann ist es doch logisch, dass ihr von irgendwas eure Miete bezahlen müsst. So zu tun, als würde man nicht bezahlt werden, ist albern und illegal.

„(1) Werbung muss als solche klar erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote eindeutig getrennt sein. In der Werbung dürfen keine unterschwelligen Techniken eingesetzt werden.“ (RStV § 58 Abs. 1)

Man kann natürlich auch Werbung machen für eine Marke, weil man diese so toll findet. Hier besteht leider die Krux, denn auch dann, wenn der werbliche Teil quasi gegenüber der sachlichen Bewertung überwiegt, kann Schleichwerbung vermutet werden. Also müsste man auch hier Werbung signalisieren. Dann allerdings denken alle, man habe ordentlich Geld kassiert, was ja nicht der Fall ist.

Wie geht man auf Nummer sicher?

  • Kennezeichnet IMMER, wenn ihr Geld bekommen habt euren Post mit WERBUNG (nicht Sponsored, denn das reicht nicht aus!)
  • die Kennzeichnung muss zu Beginn stehen (ich habe das bis jetzt immer ans Ende gesetzt; werde ich künftig gleich am Anfang schreiben)
  • Schreibt auch bei Instragram und Co., wenn es sich um einen werblichen Beitrag handelt (egal ob bezahlt oder nicht)

Seid euch eurer Handlungen bewusst! Wenn ihr von einem Produkt übermäßig schwärmt, dann fördert ihr den Absatz des Unternehmens, ob ihr das nun aus eigenen freien Stücken tut oder weil ihr von der Firma dafür bezahlt werdet.

  • Also wenn ihr für ein Produkt oder eine Marke schwärmt, dann beeinflusst ihr damit auch den Markt und die Konkurrenz. Je mehr Follower ihr habt, umso weitreichender ist das. Kennzeichnet hier also auch IMMER eure Posts als WERBUNG. Vor allem wenn es keine bloße Meinungsäußerung ist, sondern ihr typische Werbeaussagen trefft, wie „nur mit dieser Mascara bekomme ich jeden Mann“^^

Ein neutraler Produkttest, der positive und negative Aspekte untersucht bleibt weiterhin kennzeichnungsfrei, auch wenn ihr am Ende vielleicht eine Kaufempfehlung aussprecht. Es geht jetzt also nicht darum, alles wild als Werbung zu plakatieren.

Die Sache mit den PR-Samples.

Nicht alle PR-Samples bekommt man auf Anfrage zugeschickt, sondern einfach so. Wenn man dann über das Produkt schreibt, ohne dass etwas abgesprochen wurde, handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag. Ich kennzeichne dennoch, dass es sich um ein PR-Sample handelt, einfach um nicht zu suggerieren, ich hätte es selbst gekauft.

Vieles ist noch unklar.

Da die Bloggerszene noch recht jung ist, gibt es auch kaum Gerichtsurteile, an denen man sich orientieren könnte. Das heißt, dass wir uns vor allem im Bereich der Kennzeichnungspflicht bei selbst gekauften Produkten noch sehr unsicher fühlen müssen. Hier trifft es aber vor allem große Blogger mit einer starken Reichweite, denn wer Influencer sein möchte, muss sich darüber klar sein, auch als solcher gesehen zu werden.

Und ich so?

Icke Bin Et ist ein recht kleiner Blog, den ich als mein Hobby sehe. Ich habe ihn natürlich als Gewerbe gemeldet, da ich in der Vergangenheit sporadisch auch geringfügige Einnahmen hatte und ich nicht in den Verdacht geraten möchte, dem Finanzamt etwas zu verheimlichen. Als Blogger weiß man ja auch nie, wann eine Möglichkeit auftaucht. Jedenfalls bekomme ich PR-Samples zugeschickt von verschiedenen Firmen, meist ungefragt. Anderweitige Kooperationsanfragen, die ich erhalten habe, habe ich bisher abgelehnt, weil sie Bedingungen verlangten, die ich nicht mochte. Sollte ich Geld für einen Post bekommen (ist wie gesagt bisher nicht passiert) werde ich das immer anzeigen. Hier könnt ihr auch stets alles nachlesen 🙂

Ebenfalls Gedanken zu dem Thema hat sich Melli gemacht.

PS: Ich bin keine Juristin! Wenn ihr euch unsicher seid oder abgemahnt wurdet, dann nehmt euch bitte einen Anwalt!

Wie verhaltet ihr euch so?

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1 Comment

  • Reply
    Sooyoona
    20. August 2017 at 11:59

    Danke für diesen Beitrag, bisher war es ziemlich unklar wann man selbst gekaufte Produkte denn nun kennzeichnen muss und wann nicht. Ich habe keine PR Samples mehr und schreibe auch keine Posts gegen Geld. Mein Blog ist mein Hobby und ich stelle das vor, was ich selbst gekauft habe. Bei PR Samples und Werbung verstehe ich auch nicht ganz, wieso sich viele da nicht daran halten. Blogger sein ist mittlerweile für manche ein Job und das kennzeichnen gehört meiner Meinung einfach dazu, ist ja auch nichts schlimmes. Ich finde eher, dass die Glaubwürdigkeit leidet, wenn jemand solche Posts nie kennzeichnet.

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